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Abe Kobo, oder: Wie man Albträume in Literatur verpackt

Den Ehrenplatz des ersten hier in diesem Blog besprochenen Schriftstellers erhält Abe Kobo. Diesen Platz hat er sich insofern verdient, weil er der japanische Schriftsteller ist, der es schafft, den Leser am meisten durch Geschichten, die von Realität ganz selbstverständlich in die surrealsten Albtraumwelten abgleiten, zu irritieren.
Gegen Abe wirkt der hierzulande seit dem Eklat beim Literarischen Quartett so populäre Murakami Haruki, was absurde Einfälle angeht, wie ein Waisenkind. Abe Kobo lässt seinem Protagonisten Kresse an den Beinen wachsen, oder ihn Meerjungfrauen in der Badewanne halten, sich ein fremdes Gesicht überstülpen um die eigene Frau zu verführen, oder friert ihn 800 000 Jahre lang ein - und all dies ohne sich dabei ihn die Drei-Groschen-Science-Fiction-Roman Ecke zu manövrieren.

Am bekanntesten ist wohl sein Roman “Die Frau in den Dünen” (Suna no Onna, 1962). In diesem sucht ein Insektensammler in einem seltsamen Dorf, dessen Häuser in Gruben in Sanddünen liegen, nach einer Übernachtungsmöglichkeit, um seinem Hobby einige Tage in dieser Gegend nachgehen zu können. Er findet sich dann aber als Gefangener seiner Gastgeberin wieder und muss sich in sein Schicksal fügen: Sandschaufeln Tag für Tag, um zu verhindern, dass das Haus von der Düne verschluckt wird! Nicht nur die Gnadenlosigkeit der Dorfbewohner, sondern auch die der Hitze, Trockenheit und die Monotonie der Arbeit, die dem Kampf gegen Windmühlen gleicht, brechen den Willen des Mannes, machen aber auch die Frau zum Opfer dieses sinnlosen Lebens.
Als Leser kann man, dank der eindringlichen Beschreibung dieses grausamen Daseins die Qualen mitfühlen, doch bleibt es unvorstellbar, wie man sich solch einem Schicksal so ergeben kann. Am Ende des Romans ergreift der Protagonist die bestehende Möglichkeit zur Flucht nicht und kämpft lieber weiter gegen den immer wiederkehrenden Sand, ohne Aussicht auf Veränderung oder Besserung und an der Seite von mitleidlosen Menschen, die animalischen Instinkten folgen, anstatt menschlicher Emotionen. Man mag diese Geschichte als Bild für die japanische Nachkriegsgesellschaft sehen, in der bis zur Selbstaufgabe gearbeitet und sich angepasst wurde, wie es der Klappentext meiner DDR- Verlag Volk und Welt- Ausgabe anregt, oder es einfach als Darstellung eines Menschen in einer Extremsituation hinnehmen. Auf jeden Fall ist es ein Stück Literatur, wie es vorher noch nicht dagewesen ist. Umso trauriger, dass der Roman nur noch antiquarisch mit viel Suchen erhältlich ist. Z.B. in der Übersetzung von Oscar Benl und Mieko Osaki von 1974. Diese darf zwar eigentlich als gelungen gelten, mich ließ sie jedoch durch Ausdrücke wie Plaste und ähnliches, was wohl zu DDR-Zeiten als Hochdeutsch gegolten hat, gelegentlich zusammenzucken.
In guter englischer Übersetzung und zudem schön aufgemacht mit einigen Schwarzweiss-Photos ist “The Box Man” (Hako Otoko, 1974) bei Vintage Books erschienen. Dieser Roman handelt von einem Mann, der unter einem Pappkarton durch die Straßen Tokyos wandert, dabei photographiert und die Innenwände seines Kartons vollschreibt.
Am bizzarsten ist wohl Abe Kobos letzter zu Lebzeiten veröffentlichter Roman “Die Känguruhhefte” (Kangaru noto, 1991). Nicht nur, dass dem Protagonisten, der sich eher nebensächlich für Kängurus interessiert, wie schon erwähnt, Kresse aus den Beinen wächst. Eh er sich`s versieht setzt sich das Krankenhausbett, in das er sich zur dermatologischen Behandlung begeben hat, in Bewegung und fährt ihn durch die Stadt, in ein Warenhaus und in die Kanalisation, wo eine Bäderkur dem Kräuterwuchs am Bein des Patienten Einhalt gebieten soll… Und das alles zu Pink-Floyd-Songs, anbei ein kleiner frischgeplückter Kresse-Snack direkt von der Wade und weder der Betroffene selbst noch die Passanten wundern sich sonderlich darüber. Nach einer touristischen Gruppenreise zu den kleinen Teufelchen in “Japans schönster Kinderhölle”, der Begegnung mit der Leiche der eigenen Mutter und Aufenthalt in einem sehr seltsamen Krankenhaus, kommt irgendwann die Frage nach dem Sinn des Lebens auf. Die Antwort ist simpel: “Man schließt fleißig Lebensversicherungen ab, das reicht, Sinn braucht`s da keinen. Man lebt, weil man nicht sterben will, das ist alles.”. So kann man das auch sehen.
Sicherlich nichts, was ich jedem uneingeschränkt empfehlen möchte, aber wer einen Hang zu Absurdem hat, wird mit “Die Känguruhhefte” und mit dem Erzählband “Die Erfindung des R62” aufs Beste bedient, so man diese Bücher in einem Antiquariat oder einer Bibliothek denn findet, im normalen Buchhandel sucht man sie jedenfalls vergebens.

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6 Responses to “Abe Kobo, oder: Wie man Albträume in Literatur verpackt”

  1. Ben Says:

    “Die Frau in den Dünen” war eines der ersten Bücher eines japanischen Autors welches ich gelesen habe - was jetzt vielleicht 18 Jahre her ist - und ich kann mich gut erinnern, dass ich ordentlich beeindruckt war. Insofern auch von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.

    Noch ein paar Ergänzungen:

    - Vielleicht auch hilfreich für eine Recherche: in Deutschland wird der Name als “Kobo Abe” angegeben.

    - Laut Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) sind immerhin zwei Titel als lieferbar nachgewiesen (ganz sicher sein kann man sich dabei aber nicht sein):
    Titel: Die vierte Zwischeneiszeit
    Roman, Abe, Kóbó (Suhrkamp /KNO)
    ISBN: 3-518-39030-9
    Preis: 4.45 EURO

    Titel: Die Entdeckung des R 62
    Erzählungen, Abe, Kobo (Suhrkamp /KNO)
    AISBN: 3-518-39059-7
    Preis: 3.95 EURO

    Ansonsten sollte man die Volk&Welt Ausgabe (mindestens 5 Auflagen, u.a. auch als “Romanzeitung”) von “Die Frau in den Dünen” in ostdeutschen (Online-)Antiquariaten recht häufig finden.

    Weiterhin sind einige englischsprachige Ausgaben lieferbar.
    Wo allerdings die vielen Ullstein (1997), Luchterhand (1992) und Bertelsmann-Buchclub (1998) Auflagen/Ausgaben abgeblieben sind, weiß ich leider auch nicht.

    Zu “Kobo Abe” gibt es im ZVAB (www.zvab.com) ca. 60 Antiquariatsnachweise.

    Der Rest des Werkes ist in Deutschland übrigens zu großen Teilen bei Eichborn und Suhrkamp erschienen.

    - Die Verfilmung des Romans (Suna no onna, von Hiroshi Teshigahara, 1964) gibt es übrigens z.B. bei amazon.de als (recht teure) Import-VHS-Kaufkassette. Es gab in den USA und Frankreich auch einmal eine DVD-Edition (leider anscheinend auch nicht mehr lieferbar).

  2. Ben Says:

    Als Ergänzung: In Donald Keene stellt Abe Kobo in seinem Buch “Five Modern Japanese Novelists” (New York: Columbia University Press, 2003) vor.

  3. Ben Says:

    Mein Buchhändler hat mir heute die (recht günstigen) Suhrkamp-Ausgaben von “Die vierte Zwischeneiszeit” und “Die Erfindung des R62″ zugesandt - also bei Interesse einfach einmal nachfragen. Suhrkamp hat noch ein paar im Lager und liefert über den Buchhandel aus.

  4. Helmut Says:

    Ich habe kurz bei amazon und im Zvab nachgesehen - dass es ein großes Problem wäre, Bücher von Kobo Abe zu kaufen, kann ich nicht sehen. Es ist doch einiges problemlos greifbar.
    Ein beeindruckender Autor, der an Kafka und die Surrealisten erinnert und doch einen ganz eigenen Ton hat. Eine seiner Qualitätenist sicher, darauf wurde zu Recht hingewiesen, das er es versteht das Absurdeste ganz einfach und durchaus naheliegend und möglich erscheinen zu lassen, eine Verschiebung der Normaloptik.

  5. Julia Says:

    Ah, prima, dann hat sich die Lage wohl in den letzten zwei Jahren gebessert. Als ich diesen Artikel geschrieben habe, habe ich das Internet ganz schön durchforstet und vieles nur auf Englisch oder als DDR-Ausgabe, mit den beschriebenen sprachlichen Eigenheiten gefunden. Ob diese den Leser nun stören oder nicht, ist natürlich reine Geschmackssache.

  6. Wasabi » Blog Archive » The Box Man Says:

    [...] Nachdem ich ja schon vor langem mal ausführlich über Abe Kobo geschrieben habe, möchte ich hier einen Kurzfilm empfehlen, der auf dem Roman The Box Man von eben diesem Autor basiert. Schöne Sache! [...]

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