Nach längerer Bedenkzeit hab ich mich nun also entschlossen, dieses Weblog auf den schönen Namen Wasabi zu taufen. Manch einer mag sich fragen, wie ich auf diese blöde Idee kam, da der Zusammenhang von höllisch-scharfem grünem japanischem Meerrettich und asiatischer Literatur nicht gerade ins Auge springt. Und doch gibt es eine Erklärung, die sich nicht nur auf den unbestrittenen Wohlklang des Wortes, oder nur auf meine Leidenschaft für Kulinarisches aus aller Welt beschränkt. Mir ist nämlich aufgefallen, dass man das Lesen eines japanischen Romans häufig mit dem Essen von Gerichten, die mit Wasabi gewürzt wurden vergleichen kann.
Zum Beispiel Sushi: im ersten Moment denkt man “Harmlos, fast ein bisschen fade”, dann berührt die Wasabi-Paste die Zunge, man hält irritiert inne, schnappt nach Luft und braucht einen Moment bis es weitergehen kann. Hat man das überstanden, kann man erst mit richtigem Vergnügen und Genuss zu Ende essen.
So geht es mir oft genug auch mit moderner japanischer Literatur: anfangs wirkt so manches Buch fast banal, es geht um ganz gewöhnliche Alltäglichkeiten und urplötzlich passiert etwas so Haarsträubendes, dass man erst einmal innehält und die Seite nochmal liest, um sich zu versichern, dass man auch alles richtig verstanden hat. Und dann geht der Spaß am Lesen erst richtig los.
Wem das zu weit hergeholt ist, der soll sich eine Packung Wasabi-Erbsen besorgen, meinem Lieblingsknabbersnack und im Banner dieses Blogs zu bewundern, und diese einfach beim Lesen meiner Artikel und der von mir empfohlenen Bücher und Links genießen. Das passt auf jeden Fall immer!